Dr. Michael Burg
Ratgeber

Land Brandenburg: weniger Verkäufe, aber kein flächendeckender Preisrückgang

Der Grundstücksmarkt in Brandenburg ist verhalten in das Jahr 2026 gestartet. Die Zahl der Kaufverträge und der Geldumsatz gingen gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich zurück. Bei den Immobilienpreisen zeigt sich jedoch kein einheitliches Bild: Während klassische Einfamilienhäuser teilweise günstiger gehandelt wurden, stiegen die durchschnittlichen Preise in mehreren anderen Marktsegmenten.

  • Anzahl der Kaufverträge geht um 19 % zurück
  • Geldumsatz insgesamt um 30% rückläufig
  • Erstaunlich geringe Transaktionsdynamik
  • Reihen-/Doppelhäuser: 34% weniger Verträge
  • EFH/ZFH: „nur“ 12 % weniger Kaufverträge
  • Im Speckgürtel sinkt EFH-Preis um 100 € auf 3.846 €/m²
  • EFH: Auf dem Land sinkt Preis auf 1.918 €/m² (-6 %)
  • ETW: Kauffälle sinken um 29 %
  • Markt für Gewerbe weiterhin ernüchternd

Der Brandenburger Immobilienmarkt war im ersten Quartal 2026 von einer spürbaren Zurückhaltung der Marktteilnehmer geprägt. In nahezu allen großen Teilmärkten wurden weniger Kaufverträge abgeschlossen. Der besonders starke Rückgang des Geldumsatzes spricht außerdem dafür, dass hochpreisige oder großvolumige Transaktionen seltener geworden sind.

Ein flächendeckender Preisrückgang lässt sich aus den Daten jedoch nicht ableiten. Bei Einfamilienhäusern gingen die durchschnittlichen Wohnflächenpreise moderat zurück. Bei Eigentumswohnungen, Geschosswohnungsbauten und Wohnbauland stiegen die Mittelwerte in mehreren Teilregionen dagegen an.

Damit präsentiert sich der Markt nicht als einheitlich fallender, sondern als selektiver und stark nach Lage, Objektart und Qualität differenzierter Immobilienmarkt. Für Verkäufer gewinnen eine realistische Preisfindung und eine präzise Positionierung der Immobilie weiter an Bedeutung. Käufer wiederum treffen auf ein größeres Verhandlungsfenster, ohne dass marktgerechte und qualitativ überzeugende Immobilien generell zu deutlich reduzierten Preisen erhältlich wären.

„Der Wert einer Immobilie wird mehr und mehr von technischen und ökologischen Kriterien bestimmt.“

Dr. Michael Burg, Inhaber von BURG Immobilienbewertung

Gutachterausschüsse sind unverzichtbar für den Immobilienmarkt

Die Aufgaben des Gutachterausschusses sind rechtlich geregelt und haben eine große Bedeutung für die Markttransparenz. Dazu gehören u.a. die Ermittlung von Bodenrichtwerten und das Erstellung von Grundstücksmarktberichten sowie die Beratung bei speziellen Bewertungsfragen. Ihre Tätigkeit basiert auf dem Baugesetzbuch und landesrechtlichen Vorschriften und trägt wesentlich zur Markttransparenz und Fairness bei.

Aufgaben der Gutachterausschüsse  Sie erhalten jeden notariellen Kauf- und Tauschvertrag und analysieren die Daten über den Immobilienmarkt. Diese Analysen fördern die Markttransparenz und unterstützen Sachverständige sowie Käufer und Verkäufer bei ihren Entscheidungen. Gutachterausschüsse ermitteln und aktualisieren u.a. regelmäßig Bodenrichtwerte, die als durchschnittliche Lagewerte für Grundstücke dienen. Diese Werte sind wichtig für viele immobilienbezogene Berechnungen und Entscheidungen. Sie leiten zudem weitere für die Wertermittlung notwendige Daten ab wie Liegenschaftszinssätze und Sachwertfaktoren, Vergleichsfaktoren oder Umrechnungskoeffizienten.

Rechtsgrundlagen der Gutachterausschüsse  Die Aufgaben der Gutachterausschüsse sind im BauGB festgelegt, insbesondere in den §§ 192 bis 199, die die Ermittlung und Veröffentlichung von Bodenrichtwerten regeln. Das BauGB bildet die zentrale rechtliche Grundlage für ihre Tätigkeit. Jedes Bundesland hat eigene Vorschriften, die die allgemeinen Bestimmungen des BauGB ergänzen und spezifische Anforderungen festlegen. Diese Regelungen betreffen unter anderem die Zusammensetzung der Ausschüsse und die Durchführung von Bewertungen.

Organisation und Struktur

Die Ausschüsse bestehen aus Experten wie Immobiliengutachtern, Rechtsanwälten und Vertretern der öffentlichen Verwaltung. Ihre Zusammensetzung kann je nach Bundesland variieren. Sie arbeiten unabhängig und neutral, um die Qualität und Verlässlichkeit ihrer Gutachten sicherzustellen. Ihre Arbeitsweise ist transparent und nachvollziehbar. Die Tätigkeit der Gutachterausschüsse wird durch Gebühren finanziert. Diese Gebühren orientieren sich an den jeweiligen Landesgebührenordnungen.

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    Ein Sachverständigengutachten bleibt immer eine Schätzung!

    Der Unterschied zwischen einem Gutachten und einem mathematischen Ergebnis liegt in ihrer Natur und Zweckmäßigkeit. Ein mathematisches Ergebnis basiert auf klar definierten mathematischen Formeln und Algorithmen. Es liefert präzise Zahlenwerte, die durch genaue Berechnungen ermittelt werden und in der Regel eindeutig sind. Ein Gutachten hingegen ist eine fundierte, qualitative Bewertung, die über die bloße mathematische Berechnung hinausgeht. Bei der Wertermittlung einer Immobilie beispielsweise fließen zahlreiche Faktoren wie Lage, Zustand, Marktbedingungen und individuelle Merkmale ein. Diese Elemente können nicht immer exakt quantifiziert werden, weshalb die Bewertung auf Erfahrungswerten, Fachwissen und Einschätzungen des Sachverständigen basiert. Das Gutachten zielt darauf ab, einen realistischen und nachvollziehbaren Wert zu ermitteln, der auf einer umfassenden Analyse basiert. Es ist somit ein Prozess, der sowohl quantitative Daten als auch qualitative Einschätzungen integriert, um zu einem sachgerechten Ergebnis zu gelangen.

    „Ohne ein eigenes Gespür für Werte und Daten kann man meines Erachtens keine verlässlichen Gutachten erstellen. Dafür bracht es eine jahrelange Erfahrung und Sicherheit. Beides bringe ich mit.“

    Wenngleich ein Sachverständiger als „Gehilfe des Richters“ bezeichnet wird, ist ein Gutachten kein Urteil. Ein Urteil ist eine formale Entscheidung, die von einem Gericht gefällt wird. Es wird im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens erstellt und ist das Ergebnis einer rechtlichen Auseinandersetzung. Der Zweck eines Urteils ist es, einen rechtlichen Streit zu entscheiden, Rechtsverhältnisse zu klären und verbindliche Regelungen oder Anordnungen zu treffen.

    Ein Urteil ist rechtlich bindend und kann in der Regel nicht einfach ignoriert werden. Ein Gutachten wird von einem Sachverständigen erstellt, der über spezielle Fachkenntnisse in dem betreffenden Bereich verfügt. Der Gutachter wird entweder von einer Partei beauftragt oder von einem Gericht bestellt.

    Für einen Immobiliensachverständigen bedeutet Schätzung die professionelle Bewertung und Einschätzung des Wertes einer Immobilie. Dies umfasst die Analyse und Interpretation zahlreicher Faktoren wie Lage, Zustand, Größe und Ausstattung der Immobilie sowie aktuelle Marktentwicklungen. Die Schätzung basiert auf fundierten Bewertungsverfahren und -methoden, die sicherstellen, dass der ermittelte Wert realistisch und nachvollziehbar ist. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien berücksichtigt, um eine präzise und objektive Bewertung zu gewährleisten. Ziel ist es, einen marktgerechten Wert zu ermitteln, der als Grundlage für Kaufentscheidungen, Finanzierungen oder steuerliche Zwecke dient.

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    Immobilienmärkte in Berlin-Brandenburg behaupten sich
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    Berliner: Mehr Verkäufe, stabile Preise

    2025 Der Berliner Immobilienmarkt weist Aufwärtstendenzen bei Kauffällen und Umsätzen auf, bleibt im Preisniveau aber insgesamt stabil und stark nach Lage, Nutzung und Objektqualität differenziert. Nach den deutlichen Marktverwerfungen der vergangenen Jahre zeigt der Berliner Immobilienmarkt wieder mehr Bewegung. Die vorläufige Marktanalyse des Gutachterausschusses für Grundstückswerte weist für 2025 einen spürbaren Anstieg der Transaktionen und des Geldumsatzes aus. Eine neue Phase flächendeckend steigender Immobilienpreise lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

    • Umsätze auf Konsolidierungskurs
    • Stark differenzierte Bodenrichtwerte
    • Zunehmend schwache Mietwohnhäuser auf dem Markt
    • Eigentumswohnungen weiter wichtigster Teilmarkt
    • Einzelhandel vor großen Herausforderungen
    • Logistikimmobilien mit stabilen Werten

    Nach den deutlichen Marktverwerfungen der vergangenen Jahre zeigt der Berliner Immobilienmarkt wieder mehr Aktivität. Die Zahl der Kauffälle stieg 2025 um rund 10 Prozent auf 22.696, der Geldumsatz um etwa 8 Prozent auf knapp 15,9 Milliarden Euro.

    Besonders stark entwickelte sich der Markt für Wohnungs- und Teileigentum. Rund 80 Prozent aller Verkäufe entfielen auf dieses Segment. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser wurden häufiger gehandelt. Bei Mietwohnhäusern stieg zwar die Zahl der Verkäufe, zugleich sank jedoch der Geldumsatz. Dies deutet auf kleinere oder preisgünstigere Transaktionen hin.

    Bei den Bodenrichtwerten zeigt sich ein differenziertes Bild. Wohnlagen blieben überwiegend stabil. In innerstädtischen Geschäfts- und Mischlagen konnten sich insbesondere die besten Standorte behaupten, während schwächere Lagen teilweise Abschläge von bis zu 20 Prozent verzeichneten.

    Bei büroorientierten Gewerbegrundstücken lagen die Rückgänge teilweise zwischen 10 und 30 Prozent – und noch kein Ende in Sicht …

    Grenzpreise sind ein Indikator für die Marktstimmung und beeinflussen die Verhandlungsstrategien beider Parteien.

    Die Ränder der Marktdynamik werden – wie Leitplanken – durch Wertermittlungen flankiert.

    Käufer orientieren sich an Grenzpreisen, um ein Gefühl für den fairen Marktwert einer Immobilie zu bekommen. Sie nutzen diese Preise, um überteuerte Angebote zu identifizieren und sicherzustellen, dass sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten. Grenzpreise helfen Käufern auch, ihre finanzielle Obergrenze festzulegen und innerhalb ihres Budgets zu bleiben.

    Verkäufer verwenden Grenzpreise, um den höchstmöglichen Preis für ihre Immobilie zu erzielen. Sie analysieren aktuelle Markttrends und vergleichbare Verkäufe, um ihren Angebotspreis zu bestimmen. Ein klar definiertes Preislimit ermöglicht es Verkäufern, realistische Erwartungen zu setzen und effizient zu verhandeln.

    Grenzpreise reflektieren Angebot und Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. In einem Käufermarkt, wo das Angebot die Nachfrage übersteigt, tendieren die Preise nach unten. In einem Verkäufermarkt hingegen steigen die Preise, da die Nachfrage das Angebot übertrifft.

    Letztendlich helfen Grenzpreise, das Gleichgewicht auf dem Immobilienmarkt zu wahren, indem sie klare Richtlinien für Käufer und Verkäufer bieten und so einen fairen und transparenten Transaktionsprozess fördern.

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      „Die großen Probleme stehen uns noch bevor.“

      Die Forderungen nach Nachhaltigkeit und energetischer Sanierung sind nicht länger nur ein Thema für große Immobilienentwickler oder gewerbliche Immobilienbesitzer. Auch ganz normale Eigenheimbesitzer sehen sich zunehmend mit diesen Anforderungen konfrontiert. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Reaktion auf den Klimawandel und steigende Energiekosten, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu einer umweltfreundlicheren und kosteneffizienteren Zukunft für alle Haushalte.

      „Wie eine Zeitbombe ticken die Anforderungen an den energetischen Zustand von ganz normalen Immobilien, nicht von großen Wohnbeständen oder von Bürotürmen.

      In vielen Ländern, einschließlich Deutschland, verschärfen sich die gesetzlichen Vorgaben im Bereich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie und nationale Gesetze wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzen klare Standards für die energetische Performance von Gebäuden. Diese Vorschriften beinhalten oft Anforderungen an die Dämmung, Heiztechnik und den Einsatz erneuerbarer Energien. Eigenheimbesitzer müssen sicherstellen, dass ihre Immobilien diesen Standards entsprechen, um Strafen oder Nachrüstpflichten zu vermeiden.

      Die Anforderungen an Nachhaltigkeit und energetische Sanierung betreffen längst nicht mehr nur große Unternehmen oder Neubauten. Auch Eigenheimbesitzer müssen sich diesen Herausforderungen stellen, um gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, finanzielle Vorteile zu nutzen, den Wert ihrer Immobilie zu steigern, Energiekosten zu senken und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Die Investition in energetische Sanierungen und nachhaltige Technologien ist nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance für Eigenheimbesitzer, ihre Lebensqualität zu verbessern und langfristige Vorteile zu sichern.

      Die Bundesregierung und andere Institutionen bieten zahlreiche Förderprogramme und finanzielle Anreize für energetische Sanierungen an. Dazu gehören Zuschüsse, Kredite zu günstigen Konditionen oder Steuererleichterungen für Maßnahmen wie die Installation von Wärmepumpen, Solaranlagen oder die Verbesserung der Wärmedämmung. Eigenheimbesitzer, die von diesen Programmen profitieren möchten, sind gefordert, ihre Immobilien entsprechend anzupassen und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen umzusetzen.

      Wertsteigerung der Immobilie  Immobilien mit hoher Energieeffizienz sind auf dem Markt zunehmend gefragter. Eine energetische Sanierung kann den Wert einer Immobilie erheblich steigern. Käufer achten immer mehr auf Nachhaltigkeitskriterien und die Betriebskosten der Immobilie. Ein Haus, das den neuesten Standards entspricht, ist attraktiver für potenzielle Käufer und kann zu einem höheren Verkaufspreis führen. Eigenheimbesitzer, die ihre Immobilie auf dem neuesten Stand halten, sichern sich somit einen Wettbewerbsvorteil auf dem Immobilienmarkt.

      Reduzierung der Energiekosten  Energetische Sanierungen wie die Verbesserung der Dämmung, der Austausch alter Fenster und Türen oder die Nutzung erneuerbarer Energien können die Energiekosten erheblich senken. In Zeiten steigender Energiepreise ist dies ein wichtiger Aspekt für viele Haushalte. Durch Investitionen in nachhaltige Technologien können Eigenheimbesitzer langfristig von niedrigeren Betriebskosten profitieren und ihre monatlichen Ausgaben für Energie reduzieren.

      Beitrag zum Umweltschutz  Die Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen ist entscheidend für den Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel. Jeder Beitrag zählt, und auch Eigenheimbesitzer können durch Maßnahmen wie die Nutzung erneuerbarer Energien oder die Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Gebäude ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern. Dies ist nicht nur eine Verantwortung gegenüber der Umwelt, sondern trägt auch zum globalen Ziel bei, die Erderwärmung zu begrenzen.

      Zukünftige Regulierung und Marktentwicklung  Der Trend zu strengeren Umwelt- und Energiestandards wird voraussichtlich weitergehen. Frühzeitige Investitionen in die energetische Sanierung können Eigenheimbesitzer auf zukünftige Anforderungen vorbereiten und mögliche Anpassungskosten in der Zukunft minimieren. Zudem können proaktive Maßnahmen dazu beitragen, unerwartete Belastungen durch zukünftige gesetzliche Anforderungen zu vermeiden.

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